Kataloge der in einzelnen Gärten vorhandenen Pflanzen gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Aus Verzeichnissen zum Gebrauch unter Liebhabern entwickelten sich allmählich Handelskataloge mit Preisangaben. Seit dem 19. Jahrhundert erschienen Firmenkataloge oft mindestens einmal jährlich.

Für die Geschichte der Kulturpflanzen sind Pflanzenbestandslisten aller Art von größtem Wert. Da öffentliche Bibliotheken das Sammeln von Firmenkatalogen meist nicht als ihre Aufgabe ansehen, hat sich der Verein Deutsche Gartenbaubibliothek auf seinem Gebiet dieser Aufgabe ehrenamtlich angenommen. Nachfolgend werden online zugängliche Katalogdigitalisate aus aller Welt zusammengetragen und sortiert. Die Liste ist urheberrechtlich geschützt u.a. nach § 87a UrhG.

Wir selbst besitzen etwa 3.500 Kataloge. Die von uns selbst online gestellten Kataloge können unter European Nursery Catalogues aufgerufen werden. Größere Sammlungen deutscher Kataloge befinden sich außerdem an der Universität Hannover, an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, im Gartenbaumuseum Erfurt und im Wageningen Universiteit en Researchcentrum (35.000 Kataloge). Bedeutende internationale Sammlungen gibt es in Alnarp, EdinburghGenfGlasnevin, Kew GardensLondon und Paris

Die wohl größten Katalogsammlungen sind in den USA vorhanden. Eine ist die Ethel Z. Bailey Horticultural Catalogue Collection, die mehr als 136.000 internationale Exemplare umfasst. Sie wurde von dem bekannten Gartenbauwissenschaftler Liberty Hyde Bailey um 1888 begonnen und 1911 von seiner Tochter Ethel Zoe Bailey übernommen, die sie bis zu ihrem Tod 1983 betreute. Heute befindet sie sich an der Cornell University.
The Oregon State University besitzt eine Seed and Nursery Trade Catalogue Collection mit mehr als 2.000 Exemplaren aus aller Welt von 1832 bis 1966. Ihre Betreuer haben eine schöne Übersicht über die Sammlung und Kataloge überhaupt ins Internet gestellt, die auch einige Scans von Beispielseiten enthält. Eine Liste der reichen Bestände europäischer Kataloge bei der Massachusetts Horticultural Society ist ebenfalls online verfügbar. Die Henry G. Gilbert Nursery and Seed Trade Catalog Collection umfasst mehr als 200.000 internationale Kataloge, hauptsächlich aus der Zeit seit 1890. Sie wurde 1904 von dem Botaniker Percy Leroy Ricker begonnen und wird heute von der National Agricultural Library in Beltsville, MD verwaltet. Es wurde begonnen, die Sammlung zu digitalisieren und auf Internet Archive zu veröffentlichen. Zur Zeit sind hier bereits mehr als 31.000 Kataloge aus der Zeit 1804 bis 1978 online verfügbar. Die National Agricultural Library digitalisiert neben eigenen auch Exemplare aus anderen amerikanischen Sammlungen. Auf diese Weise liegen zahlreiche Kataloge aus der Zeit vor 1890 digital vor, etwa von den Firmen Wm. R. Prince, J.M. Thorburn, Ellwanger & Barry und Henry A. Dreer. Die American Iris Society hat eine Anzahl eindrucksvoller Kataloge amerikanischer Staudengärtnereien bis in die Gegenwart als pdf zur Verfügung gestellt.

Es wird gebeten, noch fehlende Werke und nicht mehr aktuelle Links per E-Mail zu melden. Auch Unterstützung beim Einspeisen der Daten wird gern entgegengenommen.

Samenlisten botanischer Gärten findet man auf einer Seite des niederländischen Naturalis Biodiversity Center.

Letzte Aktualisierung 15.4.2022

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