Die Sonderbestände der Gartenbaubibliothek sind vielfältiger Art. Die meisten befinden sich im Archiv und sind auf Anfrage beim Verein vor Ort einsehbar. Zum Teil sind die Titel der Einzelstücke online verzeichnet, zum Teil existieren gedruckte Kataloge. Teilbestände sind bereits digitalisiert. Manches wiederum konnte noch gar nicht oder nur ansatzweise erfasst werden. Darüber hinaus gibt es abgeschlossene Sammlungen, die der Verein übernommen hat. Außerdem beherbergt das Archiv verschiedene Nachlasse.


Vom Verein geführte Sammlungen

Ausstellungskataloge

Kataloge zu nationalen und internationalen Gartenschauen und begleitende Schriften werden von Bibliotheken nur in wenigen Fällen gesammelt und in Online-Verzeichnissen erfasst. Die Sondersammlung ermöglicht den Einblick in viele solcher weitgehend unbekannten Veröffentlichungen.
Sämtliche Titel sind hier abrufbar. Ein kleiner Teil der Kataloge, die als Monographien eingestuft wurden, ist auch im „Wissensportal Primo“ verzeichnet.

Biographische Sammlung

Informationen zu Leben und Beruf gartenbaulicher Akteure finden sich in vielen Zeitschriften und Büchern. Der Verein hat zahlreiche Textausschnitte, Anzeigen, Manuskripte, Bildportraits und sonstiges Material zusammengetragen und die Quellenangaben in seiner Gärtnerdatenbank mit über 15.000 Nachweisen zusammengefasst.

Handschriftensammlung

Einblicke in das Leben und die Arbeit von Gartenbau-Akteuren vermitteln die zahlreich vorhandenen Autographen, die teils in einer gesonderten Sammlung, teils in den Akten der verschiedenen Vereine, insbesondere der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft und ihres Vorgängers, vorliegen.

Insgesamt konnte etwa 850 bedeutenden Persönlichkeiten und über 200 Körperschaften aus europäischen und außereuropäischen Ländern Korrespondenzen, Manuskripte, Typoskripte und andere Schriftstücke für den Zeitraum von 1839 bis 1969 zugeordnet werden. Das Spektrum der Verfasser reicht von Gärtnern, Gartenarchitekten, Gartenbaubeamten, Gartenbauwissenschaftlern bis hin zu Gartenbaugroßunternehmern. Darüber hinaus finden sich Vertreter verwandter Disziplinen, Funktionäre, Journalisten, Schriftsteller, Verleger, prominente Pflanzenliebhaber und Politiker, die aufgrund ihres Amtes Einfluss auf das Fachgebiet hatten oder ehrenamtliche Positionen bekleideten.

Die Handschriften stellen eine wertvolle Ergänzung zur Biographischen Sammlung und zur Gärtnerdatenbank dar. Eine nähere Beschreibung ist im Katalog der Autographen nachzulesen, der hier abrufbar ist.

Katalog der Autographen (pdf / 1,67 MB)

Pflanzenkataloge (Gärtnerische Firmenkataloge)

Ein weiteres besonderes Sammelgebiet der Deutschen Gartenbaubibliothek e.V. sind Pflanzenkataloge. Im Allgemeinen werden auch diese Firmenkataloge, besonders die nach 1850 erschienenen, in Bibliotheken nicht in die Bestände aufgenommen.

Nähere Informationen erhalten Sie unter Digitale Archive.

Plakat- und Loseblattsammlung

Hierbei handelt es sich um einen heterogen zusammengesetzten Bestand. Dazu zählen historische Pläne, Karten, Stiche, Urkunden, Lehrmittel. Nicht zuletzt finden sich darin zahlreiche Plakate zu verschiedensten Gartenbau- und Pflanzenausstellungen, unter anderem zu den Bundesgartenschauen. Für die Sammlung liegt ein Verzeichnis mit Beschreibungen der Einzelstücke zum Herunterladen vor.

Katalog der Loseblattbestände (pdf / 1,73 MB)

Sonderschriften

Die Sammlung besteht vornehmlich aus Druckschriften geringeren Umfanges (sog. Kleinschrifttum) und aus Sonderdrucken, die im Allgemeinen von Bibliotheken nicht verzeichnet werden. Vielfach handelt es sich um Belegexemplare von den Verfassern. Darüber hinaus wurden auch Einzelhefte diverser Periodika-Titel ausgewertet, die nicht im Online-Katalog erfasst sind. Schenkungen der Sonderdrucksammlungen von Gartenbau-Instituten aus Hannover und Dresden-Pillnitz ergänzen den Bestand der Gartenbaubibliothek.

Das Themenspektrum erfasst alle Sparten des Gartenbaues und reicht in benachbarte und ferne Bereiche, in die Grundlagenforschung und auch in kulturelle Sphären hinein. Obst- und Gartenbau im Allgemeinen wie im Speziellen sind erwartungsgmäß die hauptsächlich vertretenen Themen. Ebenso werden wirtschaftliche und politische Aspekte des Gartenbauwesens betrachtet. Auffallend viele Schriften befassen sich mit Pflanzenschutz und Düngung. Zahlreiche Ratgeber aus vielen vorangegangenen Jahrzehnten informieren über die verschiedensten Belange der Gartenarbeit. Auch Architektur, Siedlungspolitik, Botanik und nicht zuletzt landwirtschaftliche Themen werden behandelt. Insgesamt gesehen ergibt sich ein interessantes Spiegelbild der Entwicklungen im Gartenbau vor dem Hintergrund einschneidender historischer Ereignisse und eines wachsenden Umweltbewusstseins.

Über Jahrzehnte wurden fast 14.000 deutsch- und fremdsprachige Broschüren, Aufsätze, Artikel, Beiträge und Vorträge gesammelt, den Zeitraum vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis heute umfassend. In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek der TU Berlin wurden die Titel online gestellt und sind im Wissensportal Primo, Suchbereich „TU Gartenbau Sonderschriften“, abrufbar und bestellbar. Es gelten besondere Nutzungsbestimmungen.

Wir danken der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin für die finanzielle Unterstützung des Sonderschriften-Projektes.


Vom Verein übernommene, abgeschlossene Sammlungen

Friesen'sche Sammlung

Eine beeindruckende Reihe großformatiger, ledergebundener Bände mit dem Titel „Freiherrl. von Friesen'sche Obstgärten“ in Goldprägung ziert das Archiv der Gartenbaubibliothek. Ursprünglich gehörten sie dem 1919 aufgelösten Pomologen-Verein, der sie von Heinrich Freiherr von Friesen, Gutsbesitzer, Obstplantagenbetreiber und leidenschaftlicher Pomologe in Rötha bei Leipzig, übernommen hatte.

Bei näherer Betrachtung entpuppen sich diese 83 „Bücher“ als Kassetten mit tausenden, großenteils farbig illustrierten Obstsortenbeschreibungen, insbesondere von Birnen und Äpfeln. Die herausgetrennten Blätter stammen aus den bedeutendsten pomologischen Veröffentlichungen des 19. Jahrhunderts.

Der hohe wissenschaftliche und materielle Wert liegt in der Zusammenfassung der obstkundlichen Erkenntnisse und der hochwertigen handwerklich-künstlerischen Darstellungen mit zahlreichen handkolorierten Abbildungen.

Der Verein nahm eine Bestandserfassung vor und ließ 2004 die über Jahrzehnte vernachlässigten Kassetten mit finanzieller Unterstützung des Bundes deutscher Baumschulen restaurieren. Ein im Buchbestand der Gartenbaubibliothek nicht vorhandenes Werk (Pfau-Schellenberg) wurde digitalisiert.

Näheres über die Entstehung und Geschichte der Friesen'schen Sammlung ist in Zandera 18 (2003), Nr. 1 zu erfahren. Siehe auch Pomologische Bibliothek des Vereins.

Sammlung Max Weber

Die Sammlung des kriegsversehrten Berliner Gartenbaubeamten (1895-1980) enthält ungezählte Zeitschriftenartikel, Aufsätze und bibliographische Hinweise zur Dokumentation der Person des Gärtners in der Malerei, der Graphik, der Bildhauerkunst sowie in der Literatur, Roman wie Dichtung, im Theater und im Film. Insbesondere die Abbildungen zur Lebens- und Arbeitswelt sind hier hervorzuheben.
Darüber hinaus finden sich gärtnerische oder gartenbauliche Firmen- und Wahrzeichen und ein Ordner Materialien über den Gartenzwerg.

Der Bestand ist bislang nur nach Kategorien erfasst, kann aber vor Ort eingesehen werden. Reproduktionen einzelner Archivalien können vom Verein angefordert werden.


Nachlasse und Nachlassteile

Zu den Nachlassen gehören einerseits Privatbibliotheken, wie beispielsweise die des Gartenarchitekten und Autoren Camillo Schneider (1876-1951) oder die des Gartenbauwissenschaftlers Josef Becker-Dillingen (1891-1983), die in den Bestand der Gartenbaubibliothek überführt wurden und über den Online-Katalog „Wissensportal Primo“ suchbar sind.

Andererseits gehören dazu persönliche Unterlagen und Arbeitsmaterialien, zum Beispiel des Garten- und Obstbauwissenschaftlers Erich Maurer (1884-1981). Insbesondere aber liegen bedeutende Teile des Nachlasses des jahrzehntelangen Leiters der Gartenbaubibliothek Robert Zander (1892-1969) vor, die konkrete Einblicke in seine Arbeit gewähren. Zu seinen bedeutendsten Veröffentlichungen zählt der sogenannte „Zander“, das Handwörterbuch der Pflanzennamen. Er war Verfasser zahlreicher Schriften und Redakteur vieler Gartenbauzeitschriften. Der Nachlass ist nach Kategorien geordnet und zum Teil über den Katalog der Autographen (s. o.) erschlossen.

Die ehedem im Archiv der Gartenbaubibliothek aufbewahrten Nachlassteile des Gartenarchitekten Gustav Allinger (1891-1974) und des Kunsthistorikers Wolfgang Sörrensen (1882-1965) wurden an das Archiv der TU Berlin abgegeben. Beide waren Dozenten der Universität.

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